Massnahmen infolge der Corona-Pandemie

Die Steuerverwaltung des Kantons Basel-Stadt hielt ihren Betrieb auch in der am 16. März 2020 vom Bundesrat ausgerufenen ausserordentlichen Lage infolge der Corona-Pandemie aufrecht. Alle Dienstleistungen standen zur Verfügung. Auch nach Beendigung der ausserordentlichen Lage am 19. Juni 2020 übt die Steuerverwaltung Kulanz in Steuerfragen.

Neue Öffnungszeiten

Die Schalter der Kundenzone sind ab dem 22. Juni 2020 wieder normal geöffnet. Die Öffnungszeiten sind neu wie folgt:

Montag, Dienstag, Mittwoch und Freitag
9.00 – 12.00 Uhr und 13.30 – 16.00 Uhr

Donnerstag
13.30 – 17.00 Uhr

Die vom Bundesamt für Gesundheit vorgegebenen Hygiene- und Schutzmassnahmen werden eingehalten. In den öffentlich zugänglichen Bereichen wie in der Kundenzone, in den Treppenhäusern und in den Aufzügen gilt eine Maskenpflicht (Mund-Nase-Bedeckung). Die Schalter sind nur zu besuchen, wenn das Anliegen weder schriftlich noch telefonisch bearbeitet werden kann.

Es wird angeraten, Anliegen und Fragen betreffend die Abgabe der Steuererklärung oder die Steuerzahlung über das Internet, mittels E-Mail oder telefonisch zu erledigen. Die wichtigsten Steuergeschäfte werden online angeboten. Vorsprachen können nur nach telefonischer Voranmeldung wahrgenommen werden.

Aktuelle Informationen

Im Bereich der Steuern gelten infolge der Corona-Pandemie die folgenden besonderen Erleichterungen und Vorkehrungen.

Stand: 14. Januar 2021

FAQ Steuerliche Praxisfragen

Weitere Fragen

Bis wann ist die Steuererklärung 2019 einzureichen?

Die ordentliche Frist für die Abgabe der Steuererklärung 2019 für natürliche Personen wurde infolge der ausserordentlichen Lage gemäss Epidemiengesetz gebührenfrei bis 31. Mai 2020 erstreckt. Aufgrund der weiterhin herausfordernden Lage wurde die Abgabefrist um weitere zwei Monate, bis Ende Juli 2020 verlängert.

Gebührenpflichtige Mahnungen werden somit erst ab August 2020 erhoben oder im Fall einer Fristverlängerung bis Ende September 2020 erst ab Oktober 2020. Inzwischen wurden die Mahnungen zur Abgabe der Steuererklärung versendet. Für Fragen in diesem Zusammenhang steht die Telefonnummer 061 267 98 70 zur Verfügung.

Die Frist für die Abgabe der Steuererklärung kann online oder mit der Fristenkarte gebührenfrei bis 30. September 2020 erstreckt werden. Für eine weitergehende Fristerstreckung oder für ein zweites Fristerstreckungsgesuch wird eine Gebühr von CHF 40.- erhoben. Eine Fristverlängerung über das Abgabejahr hinaus wird nur bei Vorliegen triftiger Gründe und bei Leistung einer angemessenen Vorauszahlung bewilligt.

Können Steuererklärungen, Freigabe-Quittungen und Beilagen zur Steuererklärung auch elektronisch, d.h. mittels E-Mail eingereicht werden?

Nein. Es ist leider nicht möglich, Steuererklärungen, Freigabe-Quittungen und Beilagen zur Steuererklärung auf elektronischem Weg, d.h. mittels E-Mail einzureichen.

Für welche Forderungen gilt ein Verzicht auf Verzugszinsen?

Vom 1. März 2020 bis zum 31. Dezember 2020 ist bei verspäteter Zahlung der direkten Bundessteuer, die in diesem Zeitraum fällig wird, kein Verzugszins geschuldet (vgl. Verordnung über den befristeten Verzicht auf Verzugszinsen bei verspäteter Zahlung von Steuern, Lenkungsabgaben und Zollabgaben sowie Verzicht auf die Darlehensrückerstattung durch die Schweizerische Gesellschaft für Hotelkredit vom 20. März 2020). Weitere Hinweise dazu finden sich in einem Rundschreiben der Eidgenössischen Steuerverwaltung vom 24. März 2020.

Besteht die Möglichkeit eines Zahlungsaufschubs oder von Ratenzahlungen?

Können die Steuern nicht fristgerecht bezahlt werden, kann ein Gesuch um Stundung oder Ratenzahlung eingereicht werden. Die Gesuche im Zusammenhang mit den Folgen durch die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden kulant behandelt.

Besteht die Möglichkeit eines Steuererlasses?

Wenn trotz Zahlungserleichterungen und trotz Verzicht auf Verzugszinsen bei der direkten Bundessteuer die Zahlung der Steuern für die natürlichen Personen weiterhin eine grosse Härte infolge einer Notlage bedeutet, besteht die Möglichkeit, im Einzelfall einen teilweisen oder vollständigen Steuererlass zu beantragen.

Behördliche und gesetzliche Fristen

Die von der Steuerverwaltung festgesetzten behördlichen Fristen (z.B. Frist zur Einreichung von Belegen) können auf Gesuch hin erstreckt werden. Die Gesuche werden kulant behandelt, wenn die Gründe für die Erstreckung eine Folge der Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie sind.

Es ist zu beachten, dass gesetzliche Fristen (z.B. Frist zur Erhebung von Einsprachen) nicht erstreckt werden können. Falls durch die Folgen der Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie trotzdem eine gesetzliche Frist verpasst wird, kann ein Gesuch um deren Wiederherstellung gestellt werden. Im Gesuch ist darzulegen, weshalb die Einhaltung der Frist nicht möglich war.

Keine Gerichtsferien und kein Fristenstillstand im kantonalen Steuerverfahren

Die am 20. März 2020 beschlossene Regelung des Bundesrates betreffend Gerichtsferien in Zivil- und Verwaltungsverfahren (vgl. Verordnung über den Stillstand der Fristen in Zivil- und Verwaltungsverfahren zur Aufrechterhaltung der Justiz im Zusammenhang mit dem Coronavirus (COVID-19) vom 20. März 2020) findet im kantonalen Steuerverfahren keine Anwendung. Der am 24. März 2020 vom Regierungsrat beschlossene grundsätzliche Fristenstillstand in Verwaltungsverfahren findet im kantonalen Steuerverfahren ebenfalls keine Anwendung.

Quellenbesteuerung von Arbeitnehmenden mit Ansässigkeit im Ausland, die wegen der Corona-Krise im Home Office arbeiten

Wegen der erneuten Verbreitung des Coronavirus sind wieder vermehrt Arbeitnehmende für ihre Arbeitgebenden mit Sitz in der Schweiz vorübergehend bzw. zusätzlich von zu Hause aus tätig (Home Office) oder auch ohne Arbeitstätigkeit zu Hause.

In teilweiser Abweichung zur bisherigen Information gelten ab dem 1. Januar 2021 folgende Regelungen:

1. Unveränderte Regelung bei vorübergehender Tätigkeit im Home Office in Ländern, mit denen die Schweiz eine Verständigungsvereinbarung abgeschlossen hat

Mit den Ländern Deutschland, Frankreich, Italien und Fürstentum Liechtenstein hat die Schweiz Verständigungsvereinbarungen abgeschlossen. Die mit den vorstehenden Ländern abgeschlossenen Vereinbarungen halten das Besteuerungsrecht der jeweiligen Staaten fest. Sie legen der Besteuerung in der Regel den Sachverhalt zugrunde, wie er sich ohne COVID-19-Pandemie zugetragen hätte. Diese Regelungen gelten auch nach dem 31. Dezember 2020 bis zur Nicht-Wiedererneuerung respektive der Kündigung der entsprechenden Verständigungsvereinbarung weiter.

Deutschland

Frankreich

Italien

Fürstentum Liechtenstein 

2. Angepasste Regelung bei vorübergehender Tätigkeit im Home Office in Ländern, mit welchen die Schweiz keine Verständigungsvereinbarung abgeschlossen hat

Für Arbeitnehmende, welche in Staaten ansässig sind, mit welchen die Schweiz keine Konsultationsvereinbarung abgeschlossen hat, gelten die Rechtsgrundlagen zur Besteuerung des Erwerbseinkommens von Arbeitnehmenden ohne steuerrechtlichen Wohnsitz oder Aufenthalt in der Schweiz (Art. 5 Abs. 1 Bst. a DBG und § 95 Abs. 1 StG bzw. Art. 4 Abs. 2 Bst. a StHG, Zuteilungsregeln in den DBA in Anlehnung an Art. 15 Abs. 1 OECD-MA sowie KS Nr. 45 der ESTV vom 12. Juni 2019, Ziffer 6.7 und 7.5.1). Dies bedeutet, dass Home Office Tage, welche im Wohnsitzstaat geleistet werden, grundsätzlich nicht in der Schweiz steuerpflichtig sind.

Arbeitnehmende, bei welchen der Wohnsitzstaat das Besteuerungsrecht für im Home Office geleistete Arbeitstage beansprucht, können schriftlich innerhalb von 90 Tagen seit Bekanntmachung der Doppelbesteuerung (Eröffnung des Veranlagungsentscheids) durch die ausländische Steuerbehörde, bei der zuständigen kantonalen Steuerbehörde eine Rückerstattung der in der Schweiz zu viel bezahlten Quellensteuern verlangen. Dies gilt auch in Fällen, in denen der Wohnsitzstaat das Besteuerungsrecht vom 24. Februar 2020 bis 31. Dezember 2020 für die dort geleisteten Arbeitstage beansprucht (abweichend zur Lösung gemäss bisheriger Information). Für die Geltendmachung der Rückerstattung der schweizerischen Quellensteuer haben die Steuerpflichtigen entsprechende Beweise beizubringen (bspw. ausländischer Steuerbescheid sowie eine Bescheinigung des schweizerischen Arbeitgebers über im Home Office geleistete Arbeitstage).